
Digitale Transparenz auf der OMR 2025
– Warum „Content Credentials“ die Zukunft der Bildbearbeitung sind
Nun ist die OMR in Hamburg fast ein Jahr her – der perfekte Zeitpunkt, für einen kleinen Rückblick, bevor sie im Mai in die nächste Runde geht. Die OMR ist und bleibt ein Pflichttermin für alle, die sich mit digitalem Marketing, Medien und Content Creation beschäftigen – so auch für mich. Zwei Tage lang drehte sich letztes Jahr auf dem Messegelände alles um neue Tools, Design, Plattformen, KI-Innovationen und die große Frage, wie sich Inhalte in Zukunft noch erfolgreicher – aber auch verantwortungsvoller – produzieren und verbreiten lassen.
Zwischen gigantischen und umwerfenden Ständen von Marken wie Adobe, Google, TikTok oder Shopify und unzähligen Masterclasses war die Messe ein echtes Erlebnis, welches ich von Herzen gerne wiederholen möchte. Ein Thema war für mich jedoch besonders prägend: die Frage nach Authentizität im digitalen Raum – und wie wir diese sichern können.

Leica und die „Content Credentials“
So richtig greifbar wurde die Frage für mich in einer Masterclass von Leica, welche sich unter der Moderation von Jan Köppen mit ethischer Bildproduktion und der Rolle klassischer Fotografie im KI-Zeitalter beschäftigte. Leica ist nicht nur bekannt für kompromisslose Qualität und zeitloses Design, sondern engagiert sich seit Kurzem auch in der technischen Entwicklung von Content Credentials – gemeinsam mit der Content Authenticity Initiative (CAI) und der C2PA (Coalition for Content Provenance and Authenticity).
„Die Kamera wird wieder zum Wahrheitszeugnis“ – so lautete sinngemäß ein Statement aus der Masterclass. Ebendieser Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen.
Aber was sind überhaupt „Content Credentials“?
Content Credentials sind digitale Herkunftsnachweise für Bilder und Videos. Sie ermöglichen es, nachzuvollziehen, wer wann und wie ein Medium erstellt hat – inklusive verwendeter Software, Bearbeitungsschritte und sogar KI-Nutzung. Diese Metadaten werden fälschungssicher in die Datei eingebettet oder signiert über eine Begleitdatei mitgeführt. Ziel ist nicht, kreative Bearbeitung zu verbieten, sondern sie transparent zu machen – und so wieder Vertrauen in digitale Inhalte zu schaffen.
Die Initiative dahinter
Ins Leben gerufen wurde die Initiative damals von Adobe, der New York Times und Twitter. Heute gehören über 200 Unternehmen zur Bewegung – darunter Microsoft, BBC, Nikon, Sony, Leica, Canon und viele mehr. Die technische Umsetzung erfolgt über die C2PA, die Standards für Content-Provenance entwickelt und weltweit implementiert. Auf contentcredentials.org kann man sich selbst ein Bild davon machen – und mit dem Verify Checker schon heute Bilder auf Authentizität prüfen.

Aber warum ist das ganze überhaupt relevant?
Wir alle leben in einer Zeit, in der Fake News, Deepfakes und KI-generierte Bilder zu unserem Alltag geworden sind. Was früher als „offensichtlich manipuliert oder unecht“ galt, ist heute oft kaum noch von der Realität zu unterscheiden. Die Content Credentials sollen hier einen Gegentrend setzen – zurück zu nachvollziehbarer Echtheit.
Gerade für Fotografen, Journalisten und Content Creators sind diese Informationen essenziell, um ihre Arbeit zu schützen – und transparent darzustellen, was wirklich gesehen wurde und was gestaltet wurde.


Was bedeutet das für mich?
Ich arbeite täglich mit Bildern, die Geschichten erzählen – von echten Menschen, echten Momenten und manchmal auch mit kreativem Feinschliff. Ich bearbeite Farben, setze Lichtstimmungen und arbeite mit Komposition – aber ich möchte immer, dass meine Kunden und Betrachter verstehen, was sie sehen.
Nikon zieht nach – und ich kann es kaum erwarten
Besonders spannend: Auch Nikon wird Content Credentials bald aktiv unterstützen. Bereits 2022 wurde auf einer Adobe-Veranstaltung eine Z9 mit Content Credentials-Funktion gezeigt – auch wenn bislang kein offizielles Firmware-Update angekündigt wurde, besteht große Hoffnung, dass Nikon dieses Feature auch für das Flaggschiff nachliefert. Die Kamera wäre technisch dafür prädestiniert.
Content Credentials geben uns als Kreative die Möglichkeit, Transparenz zu leben, ohne an künstlerischem Ausdruck zu verlieren. Und genau deshalb freue ich mich riesig darauf, wenn Nikon dieses Feature auch für die Z9 ausrollt – denn dann bin ich bereit, Teil dieser Bewegung zu werden.
Warum das auch für meine Kunden wichtig ist
Vertrauen spielt in meiner Arbeit eine zentrale Rolle – ganz gleich, ob es um Businessportraits, Eventreportagen oder persönliche Shootings geht. Mit der Einführung von Content Credentials kann ich künftig zeigen: Dieses Bild ist echt. Oder: Hier wurde bewusst gestaltet – und das ist nachvollziehbar.
Das schützt dich als Auftraggeber vor Missbrauch deiner Bilder im Netz – und sorgt für mehr Glaubwürdigkeit und Sicherheit. Für mich ist klar: Wenn Nikon bereit ist, bin ich es auch.
Die OMR 2025 hat einmal mehr gezeigt: Die Zukunft der digitalen Kommunikation liegt nicht nur in der Geschwindigkeit oder KI-Automation, sondern in Glaubwürdigkeit. Content Credentials sind dabei kein Trend, sondern ein notwendiger Schritt, um Vertrauen wiederherzustellen.















